Kreativabend der LandFrauen

Am Donnerstag, den 15. Oktober trafen sich einige Landfrauen zur Kreativ-Werkstatt im Pfarrheim in Wallenhorst. Meike Meyknecht hatte diesen Abend vorbereitet und alle Materialien mitgebracht. Zu basteln waren beleuchtete 3D-Bilderrahmen oder Engel, passend für die Weihnachtsdeko oder als persönliches Geschenk.

Unter der Anleitung von Frau Meyknecht waren alle Teilnehmerinnen mit Freude und Eifer dabei und die Ergebnisse konnten sich auch durchaus sehen lassen!



Programmstart der Landfrauen mit Frühstück und Vortrag

Das große Interesse am Thema „Pflegebedürftigkeit – was nun?“ oder auch nur der Wunsch sich endlich einmal wieder in geselliger Runde zu treffen, bescherte uns am 18. September ein volles Haus in der Gaststätte „Zum Alten Kloster“ in Rulle. Unsere Vorsitzende Sabine Stenzel hieß alle herzlich willkommen und berichtete kurz über einige Aktivitäten während der Corona Zeit.
Danach hatten wir Zeit zu klönen und uns – maskiert und in gebührendem Abstand - am reichhaltigen Buffet zu stärken.
Im Anschluss daran berichtete Elisabeth Postina über ihre Arbeit im Sozialmanagement des Klinikums Osnabrück. Die Diplom-Pädagogin und systemische Familienberaterin begleitet Patienten, die plötzlich pflegebedürftig werden. Eine schwere Erkrankung verändert das Leben des Erkrankten und seiner Familie oftmals grundlegend. Durch Gespräche und Beratung mildert Frau Postina die Sorgen und Ängste der Betroffenen.


Sie sorgt für einen möglichst reibungslosen Übergang vom stationären in den ambulanten Bereich, gibt notwendige Informationen strukturiert und sicher weiter und veranlasst die Schritte, die für die Versorgung nach der Krankenhausbehandlung erforderlich sind. Dafür nimmt Frau Postina auch an Teambesprechungen der Ärzte teil, um immer über den aktuellen Gesundheitszustand der Patienten informiert zu sein und um sofort weitere Hilfsmaßnahmen zu organisieren. Sie unterstützt die Patienten bei der Einleitung von Rehamaßnahmen, stellt den Eilantrag an die Pflegeversicherung und berät über deren Leistungen. Gegebenfalls kümmert sie sich auch um einen Pflegeplatz in einem Altenheim oder um Pflegedienste für die häusliche Pflege.
Wichtig dabei ist, dass die Patienten eine individuell angepasste Weiterversorgung erfahren, die deren Wünschen und deren Hilfebedarf entsprechen.

Wir danken Frau Postina für diesen aufschlussreichen Einblick in ihre Arbeit. Es ist gut zu wissen, dass man im Falle eines Falles nicht alleine dasteht, sondern auf die gute Begleitung der  Mitarbeiter des Sozialmanagements der Kliniken vertrauen kann.


Bienen - ein fleißiges Völkchen

Die Biene ist bundesweit das Verbandsabzeichen der Landfrauen.
Sie steht mit ihren Waben für ein vorbildliches und gut organisiertes Frauennetzwerk. Die Biene ist ein Symbol für Gemeinsinn, für soziales Engagement, für Einsatzfreude und Aufgeschlossenheit.
Um mehr über dieses Insekt zu erfahren, trafen sich 38 Landfrauen am 27. Februar im Gasthaus Barlag in Hollage. Nach der Begrüßung durch Monika Bergmann stärkten wir uns erst einmal am reichhaltigen Frühstücksbuffet. Anschließend begrüßten wir den Biologen und Vorsitzenden des Osnabrücker Imkervereins Dr. Ansgar Erpenbeck. Anhand einer informativen Beamer-Präsentation erläuterte der Imker uns alles Wissenswerte über die Honigbienen und deren volkswirtschaftlichen Nutzen. Denn in der Rangfolge der wichtigsten Nutztiere weltweit steht die Honigbiene nach Rind und Schwein und noch vor dem Geflügel an dritter Stelle. Die UN schätzte den Gesamtwert der Bestäubung auf über 150 Milliarden €.


Fast 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen werden von der Westlichen Honigbiene bestäubt, die restlichen 20 Prozent von Wildbienen, Schmetterlingen und Hummeln. Faszinierend an diesen einzigartigen Insekten ist nicht so sehr das Verhalten der einzelnen Biene, sondern die Zusammenarbeit aller Bienen als Gruppe. Zur Blütezeit im Frühjahr wächst das Bienenvolk auf 50 000 und mehr Individuen an. Jedes Volk produziert im Schnitt pro Jahr 20 bis 30 kg Honig. Für 500 g Honig fliegt eine Biene ca. 75.000 bis 120.000 km, also 2 bis 3 mal um die Erde.
Leider nimmt der Bestand der Bienen und Insekten immer weiter ab. Ein entscheidender Grund für das dramatische Insektensterben in Deutschland ist die ständige Intensivierung der Landwirtschaft. Falls Insekten nicht direkt durch Insektizide sterben, fehlen ihnen Lebensraum und Nahrungsgrundlagen. Diese Situation muss dringend verbessert werden, jeder kann etwas dazu beitragen. Viele Landwirte legen mittlerweile Blühstreifen an und Gartenbesitzer schaffen Nistplätze und pflanzen einheimische, bienenfreundliche Blumen und Sträucher an. Imker haben die Aufgabe, den Erhalt der Bienen zu sichern. Nachwuchssorgen gibt es im Osnabrücker Imkerverein nicht. Imkern liegt im Trend, so dass die Zahl der Hobbyimker in den letzten Jahren stetig steigt. Ein halbes Jahr dauert die Grundschulung, die am Lernstandort Waldhof in Lechtingen stattfindet. 55 Teilnehmer sind in diesem Jahr dabei, so Erpenbeck. Für die Natur kann das nur gut sein, denn die Honigbiene – und auch die Wildbiene – braucht Unterstützung.


Besichtigung der Fleischerei Sostmann

Im Februar besichtigten 50 Landfrauen die Feinkost-Fleischerei Sostmann in Bramsche.
Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl von max. 18 Personen, mussten wir drei Termine ansetzen, um allen interessierten Frauen die Teilnahme an einer Betriebsführung zu ermöglichen.
Der Seniorchef Jürgen Sostmann begrüßte uns jeweils am betriebseigenen Schlachthaus an der Hemker Straße. Hier mussten wir uns entsprechend der Hygienevorschriften erst einmal mit Einwegkitteln und Haarnetzen einkleiden, denn auf Sauberkeit und Hygiene wird im ganzen Betrieb sehr großen Wert gelegt. Da nur an zwei Tagen die Woche geschlachtet wird, konnten wir in den leeren Räumlichkeiten den Weg des Schweines von der Ankunft am Schlachthaus bis zur Schlachtung und darüber hinaus verfolgen.


Der Schlachtvorgang erfüllt die Tierschutzrichtlinien in optimaler Weise und übersteigt die gesetzlichen Vorgaben in vielen Bereichen. Um den Transportweg der Schweine möglichst kurz zu halten, werden auch nur Schweine von ausgesuchten Bauernhöfen aus der Umgebung verarbeitet. „Aus der Region für die Region“ heißt das Motto der Fleischerei. So kommen auch alle weiteren verwendeten Gewürze und Zutaten ebenfalls von Lieferanten aus der Region. Nach der Schlachtung werden die Schweinehälften zur Zerlegung ins Haupthaus an der Münsterstraße transportiert. Hier ging auch unsere Führung mit Herrn Sostmann weiter, nachdem wir weitere Hygienemaßnahmen befolgt und die Zugangsschleuse passiert hatten. Er erläuterte uns die einzelnen Schritte der Fleischzerlegung und -verarbeitung. Sein ganzer Stolz ist der große Wurstkutter, in dem das Fleisch zerkleinert, gemixt und sogar gekocht werden kann. Die fertige Wurst muss nur noch in Därme oder Gläser abgefüllt werden. Eine weitere Besonderheit ist der Reibrauchofen, der ein schonendes und kontrollierbares Buchenraucharoma erzeugt. Neben den hochwertigen Wurstspezialitäten und dem Frischfleisch, werden auch täglich Eintöpfe und Suppen hergestellt und in die zahlreichen Filialen geliefert.
Nach dieser sehr informativen Führung durch Schlachthaus und Produktion gab es abschließend noch einen Imbiss in der sogenannten „Schweinebörse“, ein Tagungsraum, der mit allerhand Schweine-Deko, Auszeichnungen, Urkunden und Fotos ausgeschmückt ist. Hier beantwortete Herr Sostmann auch all unsere Fragen zu dem seit über 180 Jahren bestehenden und in der 6. Generation geführten Familienbetriebes, der mittlerweile weit über die Grenzen des Osnabrücker Landes hinaus bekannt ist.


Mitgliederversammlung und Indienhilfe

Zur Mitgliederversammlung trafen wir Landfrauen uns am Mittwoch, den 15. Januar, im Gasthaus „Zur Nassen Heide“ in Wallenhorst. Nach der Begrüßung durch unsere Vorsitzende Sabine Stenzel und dem Gedenken an unsere Verstorbenen des letzten Jahres, stießen wir erst einmal mit einem Glas Sekt auf das neue Jahr an. Anschließend legte unsere langjährige Kassenführerin Birgit Wahmhoff den Finanzbericht des vergangenen Jahres vor. Leider zum letzten Mal, denn nach 23 Jahren möchte sie dieses Amt gerne an eine Nachfolgerin weitergeben. Danach folgte der Jahresrückblick mit einer kleinen Fotoshow, in der unsere Schriftführerin Christa Wilker noch einmal die Aktivitäten des vergangenen Jahres Revue passieren ließ.
Nun standen turnusgemäß die Neuwahlen des Vorstands an, die von unserem Ehrenmitglied Maria Ebbeskotte geleitet wurden.


Es folgte die einstimmige Wiederwahl der Vorsitzenden Sabine Stenzel, der Stellvertreterin Monika Bergmann und der Schriftführerin Christa Wilker. Leider mussten wir uns auch von unserer Beisitzerin Doris Hawighorst verabschieden, die aus beruflichen Gründen von ihrem Amt zurücktritt. Für das Amt der Kassiererin stellte sich Mechthild Otte zur Wahl und als Beisitzerin Heidrun Witte. Auch sie wurden einstimmig in ihre Ämter gewählt.
Als nächstes stand der Bericht des Fachausschuss-Mitglieds Doris Riepe-Otta auf dem Programm.
Sie berichtete vom Fachausschuss „Landwirtschaft und ländlicher Raum“ zum Thema „Lebendige Dörfer – gemeinsam mehr erreichen“.  Nun konnten wir zum gemütlichen Teil des Nachmittags übergehen. Bei Kaffee, Kuchen und netten Gesprächen warteten wir auf unseren heutigen Referenten, Herrn Jürgen Fluhr von der „IndienHilfe Deutschland e.V.“.
Indien gilt als Schwellenland und legt Jahr für Jahr ein Wirtschaftswachstum hin, von dem westliche Industriestaaten nur träumen. Braucht es da überhaupt noch Hilfe aus Deutschland? Ja, sagt der in Wallenhorst-Rulle ansässige Verein Indienhilfe Deutschland. Gründer und Vorsitzender ist der Ruller Unternehmensberater Jürgen Fluhr. Er und seine Frau hatten ein Schlüsselerlebnis bei einer privaten Indienreise 2007. In Kalkutta begleiteten sie eine Armenspeisung des katholischen Pilar-Ordens. Unvermittelt legte eine indische Mutter ihr vier Wochen altes Baby in die Arme der Deutschen und bat sie, es zu behalten und mit nach Europa zu nehmen. Das war natürlich nicht durchführbar und von Fluhrs auch nicht gewollt. Aber dieses Erlebnis hinterließ einen tiefen Eindruck bei ihnen. Auf dem Rückflug beschlossen sie, einen Indien-Hilfsverein zu gründen, denn das Wachstum der indischen Volkswirtschaft kommt der Masse der armen Bevölkerung nicht zugute. Korrupte Verwaltungen und das herrschende Kastensystem verhindern die soziale Durchlässigkeit. 46 Prozent der indischen Kinder seien unter- oder mangelernährt, sie leben in Slums und gehen nicht zur Schule. Bildung gegen Armut, das ist der Weg in eine bessere Zukunft.
Dank der Unterstützung durch die im Dezember 2008 gegründete „Indienhilfe Wallenhorst“, seit 2012 „IndienHilfe Deutschland e.V.“ unterhält der Pilar-Orden mittlerweile Schulen, Waisenheime, Kindergärten, Leprastationen und verschiedene Ausbildungsprojekte für Näherinnen, Krankenschwestern, Schweißer und Mechatroniker. Zurzeit werden 3000 Kinder in den  Einrichtungen betreut. Mädchen genießen die gleichen Rechte wie Jungen, was für die indische Gesellschaft ansonsten nach wie vor untypisch ist.
Das Hauptaugenmerk der IndienHilfe ist auf die Hilfe zur Selbsthilfe gerichtet.
Fluhr und sein Team knüpfen persönliche Beziehungen zwischen Spendern und Hilfeempfängern etwa durch Kinder-Patenschaften, Ausbildungs-Patenschaften und personalisierte Spenden-Zertifikate über beispielsweise einen Mangobaum, eine Bananenstaude, Saatgut, eine Ziege oder einen Dorfbrunnen. Der LandFrauenverein finanziert durch eine Spende in Höhe von 170 € einer jungen Frau die einjährige Ausbildung zur Näherin, eine Nähmaschine sowie Nähmaterialien und schenkt ihr somit die Hoffnung auf ein freies Leben. Außerdem schenken wir einem Kind einen „Koffer voller Hoffnung“, dieser beinhaltet die Grundausstattung für ein besseres Leben. Auf vielfältigen Wunsch wurde spontan ein Spendenkorb rumgereicht, der weiteres Spendengeld in Höhe von 190 € einbrachte.
Wir danken Herrn Fluhr für seine tiefgreifenden Einblicke und wünschen ihm und seinem Team weiterhin viel Erfolg bei dieser guten Sache.


Weihnachtsfeier mit Spendenübergabe

Zur Weihnachtsfeier am 12. Dezember 2019 trafen sich 65 Landfrauen und Gäste auf der weihnachtlich geschmückten Diele des Spargelhofs Hawighorst.
Alle freuten sich auf einen gemütlichen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen, mit weihnachtlichen Liedern und einem interessanten Vortrag über die Bahnhofsmission in Osnabrück.
Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende Sabine Stenzel wurden erst einmal die leckeren, selbstgebackenen Kuchen und Plätzchen der Ruller Landfrauen gekostet, die in diesem Jahr für die Ausrichtung der Feier verantwortlich waren. Im Anschluss daran las Monika Bergmann die Weihnachtsgeschichte „Das Christkind in der Bahnhofsmission“ von Ludger Abeln vor, und stimmte uns damit auf unseren heutigen Vortrag ein.


Dazu begrüßten wir unsere Gastredner, Frau Eilers und Herrn Berger. Sie erzählten uns von der 125-jährigen Geschichte der Bahnhofsmission. Die erste Bahnhofsmission war 1894 in Berlin gegründet worden, um zuwandernde Frauen und Mädchen vor  drohender Ausbeutung und Gewalt zu schützen. Um 1900 gab es bereits 55 Bahnhofsmissionen in Deutschland, so auch in Osnabrück. Im Laufe ihrer wechselvollen Geschichte haben sie sich dann immer wieder neuen sozialen Herausforderungen gestellt, etwa der Versorgung von Kriegsheimkehrern und Geflüchteten, von Interzonenreisenden während des Kalten Krieges, von Gastarbeitern während der 60er Jahre und von Asylbewerbern und Spätaussiedlern in den 90er Jahren. 2015 waren sie auch in die Erstversorgung der an den Bahnhöfen ankommenden  Geflüchteten eingebunden.
Die Bahnhofsmissionen, in Trägerschaft von Caritas und Diakonie, helfen jedem, der sich in sozialer Not befindet. Sofort, ohne Anmeldung, ohne Voraussetzungen erfüllen zu müssen und gratis. Mit Auskünften und Unterstützung bei der Verständigung, beim Ein-, Aus- und Umsteigen, übrigens auch am zentralen Busbahnhof des Neumarktes, oder indem sie allein reisende Kinder begleiten. Sie kümmern sich um Wohnungslose, Drogen- und Alkoholabhängige, um Gäste mit psychischen und sozialen Problemen, um Haftentlassene, Freigänger und Migranten. Ihre Hilfe gilt Kindern und Jugendlichen, die von zuhause weggelaufen sind, Menschen, die ihre Papiere verloren haben, sowie von der Bundespolizei Aufgegriffene oder aus Einrichtungen Entwichene. Unterstützt wird das Team von vielen ehrenamtlichen Helfern. Da ein Großteil der anfallenden Sachkosten über Spenden finanziert wird, überreichten wir Frau Eilers und Herrn Berger im Anschluss an deren Vortrag, eine Spende in Höhe von 200 € aus unseren Einnahmen der Landfrauen Cafés. Zusätzlich bekamen sie noch ein prall gefülltes Sparschwein, das während des Kaffeetrinkens von Tisch zu Tisch gereicht und reichlich gefüttert wurde.
Nun war es Zeit ein paar Weihnachtslieder zu singen. Musikalisch begleitete uns Jasmin Polhout mit der Querflöte.
Da die Weihnachtszeit die Zeit des Spendens ist, überreichten wir noch ein weiteres gefülltes Sparschwein und eine Spende in Höhe von 300 €, ebenfalls aus den Café-Einnahmen, an die „Glücksbringer Wallenhorst“. Dazu begrüßten wir Herrn Christian Stallkamp, der uns über das Netzwerk Ehrenamtlicher berichtete, die Familien, mit geringen finanziellen Möglichkeiten, dabei unterstützen, besser am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Der Ansporn für ihr Engagement ist es, Glücksmomente zu schaffen! Glücksmomente bei Familien und Kindern, indem sie scheinbar selbstverständliche Dinge des täglichen Zusammenlebens möglich machen. Sie organisieren fehlende Gegenstände für die Haushalte oder sammeln Geld um kurzfristige Engpässe auszugleichen. Mit unserer Spende möchten wir gerne Familien in unserer unmittelbaren Nachbarschaft weitere Glücksmomente bescheren.


Fahrt nach Borgholzhausen

Passend zur Vorweihnachtszeit besuchten 45 Landfrauen am 13. November die Gebäck- und Lebkuchenmanufaktur H. Schulze in Borgholzhausen.
Gebäck mit und ohne Schokolade, Lebkuchen, Dominosteine, Pfeffernüsse, überhaupt  alles, was zum Jahresende so genascht wird, gibt es hier zu kaufen. Aber wir wollten uns nicht nur verführen, sondern auch führen lassen. Also starteten wir um 14 Uhr mit einer Betriebsbesichtigung.  Hierbei erfuhren wir, dass Lebkuchen ursprünglich gar kein Weihnachtsgebäck war. Das kräftig gewürzte Gebäck ist sehr lange haltbar und wurde das ganze Jahr über verzehrt. Vor allem auf Jahrmärkten wurde Lebkuchen angeboten. Erst nach dem Krieg wurde es zum besonderen Genussartikel zur Weihnachtszeit vermarktet.
1830 gründete Johann Heinrich Schulze seine Firma in Borgholzhausen. Die Region war früher für Textilien bekannt, Flachs wurde angebaut. Wo Flachs angebaut wurde, gab es viele Bienen. Eine der Grundvoraussetzungen für Lebkuchen: Ausreichend Honig musste zur Verfügung stehen. Heinrich Schulze hatte nur Töchter und so heiratete der Geselle Carl Knaust ins Unternehmen ein. Er reiste nach Holland und in die USA, lernte von anderen Bäckerbetrieben, fand erlesene Gewürze und verfeinerte immer mehr seine Lebkuchenrezepte. In den 70er Jahren wurde der Betrieb zu einer Großbäckerei mit internationaler Bekanntheit ausgebaut. Nach einem verheerenden Großbrand im Mai 1997 produziert das Familienunternehmen heute unter dem Markennamen "von Ravensberg" weiterhin leckere Lebkuchen- und Gebäckspezialitäten, allerdings wieder im kleineren Stil mit nur einer Produktionsstraße. Bei unserer Führung konnten wir beobachten, wie die Lebkuchen über eine Walze aufs Band kamen, gebacken, abgekühlt, mit Schokolade glasiert, wieder abgekühlt und schließlich abgepackt wurden. Einige Kostproben verschiedener Backwaren standen für uns zum Probieren bereit. Besonders imposant war die Verzierung der Jahrmarkt-Lebkuchenherzen anzusehen. Gekonnt und mit gleichmäßig, geschwungener Schrift gestalteten die Mitarbeiterinnen in reiner Handarbeit die Lebkuchen-Rohlinge und umrandeten diese mit einer dicken Zuckergussbordüre – ein wahres Kunsthandwerk.

Nach der Führung wurden wir im  gegenüberliegende Café Schulze zum gemütlichen Kaffeetrinken erwartet. Im Anschluss daran wollten wir uns aber doch noch von den vielen Gebäck- und Lebkuchenspezialitäten im angrenzenden Laden verführen lassen. Hier fanden wir alles, was das süße Herz begehrt und mit vollen Taschen machten wir uns dann auf den Weg zurück nach Wallenhorst.


Demenz - Begleitung im Andersland

In Zusammenarbeit mit der Wallenhorster Gleichstellungsbeauftragten Frau Kornelia Böert hatte der LandFrauenverein am 23.10.19 zu einem Informationsabend zum Thema „ Umgang mit Demenz“ in den Ratssaal eingeladen. Wir freuten uns über die große Resonanz und begrüßten ca. 90 Interessierte.
Referentin dieses Abends war Frau Reinhild Wörheide, ein Mitglied unseres Vereins, wenngleich sie inzwischen nach Leipzig gezogen ist. Frau Wörheide ist Diplom-Gerontologin und Geschäftsführerin von WÖRHEIDE Konzepte.


Seit 15 Jahren und mit über 200 qualifizierten und erfahrenen Dozenten bundesweit führt WÖRHEIDE Konzepte Schulungen für Angehörige von Menschen mit Demenz durch. Ihre wissenschaftliche Kompetenz als Diplom-Gerontologin sowie ihre jahrelangen persönlichen Erfahrungen waren die Basis für das Kurskonzept „Begleitung im Andersland", das bis heute bundesweit 30.000 Angehörige erreicht und erfolgreich unterstützt hat.
Frau Wörheide berichtete erst einmal wissenswertes über die Krankheit Demenz, um einen Überblick über Zahlen, Diagnose, Behandlung und die verschiedenen Demenzformen zu bekommen. Dann ging sie mehr ins Detail und erklärte uns die drei Stadien der Demenz: das Vergessen, die Verwirrtheit und die Hilflosigkeit. Angehörige sollen die ersten Anzeichen der Erkrankung erkennen und die Veränderungen akzeptieren lernen um schwierige Situationen ruhig und gelassen, aufmerksam und fürsorglich bewältigen zu können. Sie sollen den Übergang in das ANDERSLAND gut begleiten können und sich mit der wachsenden Hilflosigkeit vertraut machen. Einblicke in das Leistungsgefüge der Pflegeversicherung, der Entlastungsmöglichkeiten und der rechtlichen Aspekte wie Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen werden in den Kursen ebenfalls gegeben.
Ziel ist es, die Angehörigen in den Blick zu nehmen - sowohl mit ihren außergewöhnlichen Belastungsdimensionen als auch mit ihren herausragenden Leistungen in den Familien.
Denn es ist ein Riesenunterschied, ob man einen Menschen mit Demenz betreut oder einen körperlich Erkrankten. Das beginnt schon beim Äußeren. Wenn man jemanden im Rollstuhl schiebt, ist die Belastung für jeden sichtbar – und man bekommt entsprechende Reaktionen. Demenz ist unsichtbar – oft fehlt Dritten deshalb auch die Empathie und es gibt kaum positive Rückmeldungen.
Besonders anstrengend ist die Phase, wenn die Betroffenen verwirrt sind, sich „seltsam“ verhalten, sich verirren oder weglaufen. Dann ist Hilfe von außen schwierig – dauerhaftes Aufpassen deckt ja kein Pflegedienst ab. Wenn der oder die Betroffene bettlägerig wird, kann es sogar erstmal eine Erleichterung sein und es wird für Dritte einfacher zu helfen.
Mit der Kursreihe „Begleitung im Andersland" möchte Frau Wörheide erreichen, dass Angehörige einen für sich selbst guten Umgang mit ihrer eigenen Situation erlernen und die Schritte kennen, die sie dazu gehen müssen. Es geht dabei nicht um Wissen, sondern um Blickwinkel, Haltung und Verhalten. Aufgabe und Ziel soll es sein, die Krankheit als eine spannende Zeit anzunehmen, welche Herausforderungen mit sich bringt und uns selbst bereichert.
Ihr Anliegen ist der Respekt vor dem Erleben und den Leistungen der Angehörigen, die sich mit dieser ganz besonderen Lebenssituation auseinandersetzen müssen.
Danke, Reinhild für diesen informativen Abend!


Was uns die Füße sonst noch sagen

Zu Kaffee und Kuchen trafen sich 35 Landfrauen am 10. Oktober um 14.30 Uhr im Gasthaus Barlag in Hollage. Im Anschluss hörten wir einen sehr informativen Vortrag der Podologin und Heilpraktikerin Maria Krützkamp aus Füchtorf. Unter dem Motto „Was uns die Füße sonst noch sagen“ erklärte sie uns, welche Spuren das Leben an unseren Füßen hinterlässt. Diese können sehr vielfältig sein und manchmal auch schmerzhaft. Fußschmerzen können in vielen Varianten auftreten und sind Symptome, deren Ursache häufig ganz woanders liegen. Es ist wichtig den Körper des Menschen bei Erkrankungen als Ganzes zu sehen und nicht nur die Symptome am Fuß zu behandeln. Oftmals ist ein Beckenschiefstand für Fußfehlstellungen und immer wiederkehrende Druckstellen oder Hühneraugen verantwortlich.
Um den Menschen in einer ganzheitlichen Betrachtungsweise sehen zu können, hat die gelernte Krankenschwester und Podologin weitere Aus- und Fortbildungen absolviert. Mit Hilfe der Traditionellen Chinesischen Medizin, der Chiropraktik, der Akupunktur oder der Fußreflexzonen-Therapie begibt sich Frau Krützkamp auf die Suche nach möglichen Ursachen und deren Behandlungsmöglichkeiten, um den Körper in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen.
Unsere Füße haben uns viel über uns zu erzählen, wir müssen nur richtig hinhören.


Tagesfahrt ins Artland

Mit einem voll besetzten Bus starteten wir am 1. Oktober um 13 Uhr zu unserer Fahrt ins Artland. Begleitet wurden wir von Almut Detert, der Vorsitzenden des LandFrauen Kreisverbandes Osnabrück. Frau Detert ist gebürtige Artländerin und hatte für uns diese informative Fahrt ausgearbeitet.
Unser erstes Ziel war die Indoor-Fischzucht „Ahrenhorster Edelfisch“ in Badbergen.
Hermann Otto-Lübker betreibt dort seit 1993 eine hochmoderne Fischzucht- und -verarbeitungs-anlage, die ressourcenschonend konzipiert und damit äußerst effizient und umweltschonend ist. Er hat sich für den europäische Wels, auch „Waller“ genannt, entschieden, da dieser Fisch in der Natur hauptsächlich in Dunkelheit lebt und somit auch in Badbergen gut in Tanks und Becken gehalten werden kann, die in absoluter Dunkelheit stehen. Um eine optimale Wasserqualität und Tierversorgung zu gewährleisten, wird permanent gespült und sedimentiert.


Innerhalb von neun bis zehn Monaten wachsen die Fische zu ihrer Schlachtgröße von drei Kilogramm heran und werden währenddessen permanent nach Größen sortiert und in andere Becken umgesetzt, um Kannibalismus zu vermeiden. 120 Tonnen feinste Fischfilets werden so jährlich produziert. Nach der Besichtigung gab es noch eine kleine Verkostung und Gelegenheit, geräucherte Fischfilets käuflich zu erwerben.
Anschließend ging es weiter zum Heuhotel Hildebrand. Inmitten der prachtvollen Artländer Kulturlandschaft liegt dieser liebevoll restaurierte  Bauernhof, der neben des Gastronomiebetriebes noch voll bewirtschaftet wird. Bei einem leckeren Stück Torte und frischem Kaffee erzählte uns Frau Hildebrand von ihrem Leben als Bäuerin und Gastwirtin. Almut Detert nutzte ebenfalls die Gelegenheit, um uns die Besonderheiten des Artlands und seiner Fachwerkhöfe zu erläutern. Die liebevoll dekorierten Gasträume, das Heuhotel und den großen Bauerngarten konnten wir anschließend in Augenschein nehmen.
Unser letztes Ziel an diesem Tag war das Stift Börstel, ein ehemaliges Zisterzienserinnenkloster, das seit fast 400 Jahren Heimat eines ökumenisch besetzten Stiftskapitels ist.  Hier begrüßte uns Kapitularin Johanna Pointke, die uns durch die Kirche führte und uns über das Stiftsleben informierte. Stift Börstel ist eine selbstständige Stiftung öffentlichen Rechts und dem Land Niedersachsen unterstellt – nicht aber dem Bistum Osnabrück oder der evangelischen Landeskirche. Es verwaltet sich selbst und bietet acht evangelische und zwei katholische Kapitelplätze. Momentan gehören zum Stift sechs Kapitularinnen, die ihren christlichen Glauben in einer geistlichen Gemeinschaft leben wollen. Eine Residenzpflicht oder Gelübde gibt es nicht. Die Frauen sind alleinstehend. Jede hat eine Wohnung und führt einen eigenen Haushalt. Viele sind berufstätig um für ihren Lebensunterhalt aufkommen zu können. Andere gestalten die Andachten und Gottesdienste oder leiten Seminare. Das Stiftskapitel kommt mehrmals im Jahr zusammen um wichtige Entscheidungen bezüglich der Erhaltung und Nutzung des Stifts zu treffen und die geistliche Gemeinschaft zu leben.
Nach diesen vielen interessanten Informationen traten wir dann unseren Rückweg an und waren uns einig, dass es mal wieder ein rundum gelungener Ausflug war.